zur Navigation zum Inhalt
© MrJPEG/shutterstock
Niedrige ASS-Dosen wirken Harnsäure-retinierend, hohe urikosurisch.
 
Endokrinologie 25. Februar 2013

Gichtattacken unter ASS

Gichtpatienten, die niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) einnehmen, verdoppeln ihr Risiko, Gichtanfälle zu erleiden. Das hat eine Studie ergeben, an der mehr als 700 Patienten beteiligt waren.

Die Teilnehmer füllten ein Jahr lang in dreimonatigem Abstand und jedes Mal nach einer Gichtattacke einen Fragebogen aus, in dem sie unter anderem angaben, ob und wie viel ASS sie eingenommen hatten. Relevant waren dabei die zwei Tage vor der Attacke bzw. entsprechende Kontrolltage in der anfallsfreien Zeit.     

Insgesamt griffen 43,5 Prozent der Probanden zu ASS. Die Dosierung lag dabei in 98,5 Prozent der Fälle unter 1.000 mg pro Tag. 40,5 Prozent erreichten eine Tagesdosis bis 325 mg. 23,1 Prozent nahmen täglich maximal 81 mg ein.

Die Auswertung von über 1.000 Gichtanfällen zeigte, dass die Gefahr unter ASS umso mehr stieg, je niedriger die Dosis war. Wer an zwei Tagen hintereinander jeweils bis zu 100 mg geschluckt hatte, erhöhte sein Risiko für eine Attacke um 94 Prozent.

Dass höhere Dosierungen von ASS puncto Gicht weniger riskant sind als niedrige, überrascht nicht. ASS beeinflusst den renalen Harnsäuretransport je nach Konzentration auf unterschiedliche Weise: Niedrige Dosen wirken Harnsäure-retinierend, Dosierungen von mehr als 3 g dagegen urikosurisch.

Allopurinol verringert die Gefahr

Besonders drastisch stieg das Anfallsrisiko bei zusätzlicher purinreicher Ernährung oder Einnahme von Diuretika. Eine Allopurinoltherapie neutralisierte den Effekt von ASS naturgemäß.

ASS mit Harnsäure-Senkern zu kombinieren, ist auch der Rat, den die Autoren geben. Denn der Verzicht auf Low-Dose-ASS kommt für viele Gichtpatienten, als eine kardiovaskulär besonders gefährdete Gruppe, nicht infrage.

Zhang Y et al.: Ann Rheum Dis 2013; doi: 10.1136/annrheumdis-2012-202589

springermedizin.de, Ärzte Woche 9/2013

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben