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Zwei Elektroden werden bis zum Nucleus subthalamicus eingeführt, der elektrisch stimuliert werden kann.
 
Neurologie 3. Februar 2013

Morbus Parkinson: Neurostimulation im Frühstadium

Laut einer lange erwarteten Studie mit  Parkinson-Patienten im frühen Krankheitsstadium ist die frühe Neurostimulation der alleinigen Gabe von Medikamenten überlegen.

Die 251 Teilnehmer waren im Durchschnitt 52 Jahre alt und seit 7,5 Jahren an Morbus Parkinson erkrankt, bevor sie randomisiert entweder nur Medikamente erhielten oder zusätzlich bilateral in einer stereotaktischen Operation stimulierende Elektroden in den Nucleus subthalamicus implantiert bekamen. Die Elektroden werden von einem Schrittmacher unter der Haut angeregt. Ein wichtiges Kriterium für die Teilnahme war, dass die Patienten eine gute L-Dopa-Sensitivität zeigten.

Bei der Lebensqualität, dem Hauptkriterium der Studie, zeigte sich ein beträchtlicher Zugewinn für die implantierten Patienten: Anhand des Parkinson‘s Disease Questionnaire (PDQ-39) verbesserten sie sich um annähernd 26 Prozent von durchschnittlich 30,2 auf 22,4 Punkte. Die nur medikamentös behandelten Patienten verschlechterten sich dagegen um 0,2 Punkte.

Dies war nicht erwartet worden, weil die Krankheit in diesem Stadium auch noch medikamentös behandelt werden kann. Entsprechend hatte sich auch die soziale Anpassungsfähigkeit der Patienten signifikant verbessert. Positiv überrascht hat weiters, dass die operierten Patienten auch bei fast allen sekundären Endpunkten der Studie besser abschnitten: Aktivitäten des täglichen Lebens, Mobilität im schlechtesten Zustand (UPDRS-III), L-Dopa induzierten Komplikationen und Medikamentenverbrauch. Keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen fanden sich bei den kognitiven Fähigkeiten der Probanden und deren Apathie.

Schuepbach WMM et al.: NEJM 2013; 368 (7): 610–22

         

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