zur Navigation zum Inhalt
 
Infektiologie 19. Februar 2013

Bester Sepsismarker

In einer Metaanalyse wurde die Aussagekraft von Procalcitonin als prognostischer Marker bei akuten systemischen Entzündungserkrankungen untersucht. Das Resultat: Die Procalcitoninmessung kann zuverlässig zwischen einer Sepsis und einer nicht infektiös bedingten Erkrankung unterscheiden.

Die statistische Auswertung ergab eine mittlere Sensitivität von 77 Prozent. Mit einer mittleren Spezifität von 79 Prozent schließt der Procalcitontest eine Infektion richtigerweise aus. Procalcitonin ist somit der beste Biomarker für die frühe Diagnose einer bakteriellen Sepsis, schlussfolgern die Autoren. Als alleiniger Test reiche er aber für eine sichere Therapieentscheidung nicht aus; dazu müssen Anamnese, klinisches Bild und mikrobiologische Untersuchungen mitbetrachtet werden.

Procalcitonin ist ein Protein, das als Vorstufe des Hormons Calcitonin in der Schilddrüse gebildet wird. Bei bakteriellen und Pilz-Infektionen jedoch bilden auch Zellen in anderen Organen das Vorhormon, dessen Spiegel im Blut dann schnell um ein Vielfaches ansteigt. Deshalb ziehen Intensivmediziner den Procalcitoninwert heran, um bei Patienten mit akuten systemischen Entzündungserscheinungen zwischen schweren bakteriellen Infektionen und nicht infektiös bedingten schweren Erkrankungen zu unterscheiden und die entsprechende Therapie einleiten zu können.

Wacker et al.: Lancet Infectious Diseases 2013; doi:10.1016/S1473-3099(12)70323-7

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben