zur Navigation zum Inhalt
 

Vulvakarzinom: Überlebenszeit fast verdoppelt

Bei Frauen mit Vulvakarzinom sinken die Überlebenschancen, wenn die Lymphknoten befallen sind. Strahlentherapie oder eine kombinierte Radiochemotherapie kann die Überlebenszeit der Patientinnen deutlich verlängern. Besonders bemerkenswert ist, dass offenbar bereits Frauen mit nur einem befallenen Lymphknoten von der Strahlenbehandlung profitieren.

Bösartige Geschwulste im Bereich der weiblichen Schamlippen sind selten. Die Tendenz ist allerdings steigend, was auf vermehrte Infektionen mit HPV zurückgeführt wird.

Eine alleinige Operation kann das Vulvakarzinom nur in einem sehr frühen Stadium heilen. Hat der Tumor dieses Stadium überschritten, werden die Lymphknoten in der Leistengegend entfernt. Die weitere Therapie hängt dann davon ab, ob in den Lymphknoten Tumorzellen entdeckt werden. Zu den möglichen Behandlungen bei nachgewiesenem Lymphknotenbefall gehören eine Bestrahlung und teilweise zusätzlich eine Chemotherapie.     

Der Nutzen der Strahlentherapie oder Radiochemotherapie beim Vulvakarzinom wurde bislang in Studien kaum untersucht. Der Tumor war einfach zu selten. Auch größere Zentren behandeln oft nur sehr wenige Patientinnen im Jahr. Die Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie (AGO) hat deshalb die Behandlungsdaten der letzten zehn Jahre aus 29 deutschen Zentren ausgewertet. Von den etwa 500 Patientinnen mit Lymphknotenbefall hatte etwa die Hälfte eine Strahlentherapie erhalten. Bei einigen Patientinnen wurde diese mit einer Chemotherapie kombiniert.

Die Ergebnisse: Die Strahlen- oder Radiochemotherapie hat die Überlebenszeiten der Patientinnen von durchschnittlich drei Jahren auf 5,5 Jahre verlängert. Dieser Vorteil blieb unabhängig von der Zahl der befallenen Lymphknoten bestehen.

Die derzeitigen Leitlinien raten erst ab drei befallenen Lymphknoten zu einer Strahlentherapie oder Radiochemotherapie. Die neuen Ergebnisse sprechen aber dafür, dass die Bestrahlung deutlich mehr Frauen nutzen könnte, meinen die Autoren. Allerdings müsste dies noch in einer prospektiven Studie bestätigt werden.

Mahner S et al.: J Clin Oncol 2012 30, suppl; abstr 5007

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben