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© Getty Images/iStockphoto
Nach einem Schlaganfall sollte man besser nicht abnehmen.
 
Neurologie 21. Jänner 2013

Schlaganfall: weniger Schäden bei Übergewicht

Patienten mit Übergewicht oder Fettleibigkeit sterben nach einem Schlaganfall seltener und tragen weniger Behinderungen davon als Idealgewichtige.

Dieser scheinbar widersprüchliche Zusammenhang, auch Obesity Paradox genannt, wurde in der Vergangenheit bereits bei anderen chronischen Erkrankungen, wie z. B. bei Herzinsuffizienz, beobachtet. Die nun veröffentlichte Studie belegt zum ersten Mal, dass Obesity Paradox bei Schlaganfall ebenfalls zutrifft.

Zwar ist das Risiko, einen ersten Schlaganfall zu erleiden, für übergewichtige Menschen höher als für Normalgewichtige. Wenn sie jedoch bereits einen Schlaganfall hatten, ist das Risiko für einen weiteren Schlaganfalls keineswegs höher. Der aktuellen Studie nach sind Menschen mit Untergewicht am schwersten von einem Schlaganfall betroffen. Im Vergleich zu Menschen mit vermeintlichem Idealgewicht ist das Risiko, an einem Schlaganfall zu sterben, bei Übergewichtigen um 14 Prozent verringert. Bei fettleibigen Patienten sinkt das Sterblichkeitsrisiko um 24 bis 45 Prozent.

Die Ergebnisse der Studie sehen die Autoren im scharfen Kontrast zu der landläufigen Empfehlung für Patienten, nach einem ersten Schlaganfall abzunehmen.

Doehner W et al.: Eur Heart J 2012; DOI: 10.1093/eurheartj/ehs340

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