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Vermutlich war wieder ein gemeiner Holzbock am Werk.
 
Infektiologie 4. Dezember 2012

Rückfälle unwahrscheinlich

Entwickelt ein Borreliose-Patient nach antibiotischer Therapie erneut ein Erythema migrans, ist das aller Wahrscheinlichkeit nach eine Neuinfektion mit Borrelia burgdorferi und nicht etwa ein Rückfall aufgrund eines Therapieversagens.

In der Regel bringt eine Antibiotikatherapie die Wanderröte zum Abklingen. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Hauterscheinung nach Jahren an derselben oder an anderer Stelle wiederkehrt. Vor allem Patienten befürchten dann ein Versagen der Therapie. Dass dem nicht so ist, zeigt eine Studie an 17 Borreliosepatienten, die mehrfach an einem Erythema migrans erkrankt und dazwischen mit Standardtherapie behandelt worden waren. Von allen Patienten lagen Genanalysen aus Haut- und Blutkulturen zum Zeitpunkt der jeweiligen Erkrankungsepisode vor.

Gleicher Genotyp tritt nie zweimal auf

Die Forscher bildeten daraus 22 Paare aus jeweils zwei aufeinanderfolgenden Episoden eines Erythema migrans. Bei keinem dieser Paare wurde derselbe für die Borrelieninfektion charakteristische Genotyp (ospC) zweimal identifiziert. Bei dem wiederkehrenden Erythema handelt es sich also aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Reinfektion. Die Ergebnisse sind außerdem ein deutlicher Hinweis für die Wirksamkeit der Standard-Antibiotikatherapie gegen Borrelia burgdorferi, so die Autoren. Auch Klinik und Epidemiologie sprechen für Reinfektionen: Die Erkrankungsepisoden lagen in allen Fällen mindestens ein Jahr auseinander, und über 90 Prozent der Zweiterytheme waren in der Haupt-Zeckensaison aufgetreten.

Nadelman RB et al.: N Engl J Med 2012; 367: 1883–90

springermedizin.de, Ärzte Woche 49/2012

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