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Rotes Haar, Sommersprossen: Krebsrisiko auch ohne Sonne.
 
Dermatologie 29. November 2012

Rotes Haar als Risikofaktor

Rothaarige Menschen mit blasser Haut haben bekanntlich ein hohes Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Dabei könnte die Belastung durch UV-Strahlen eine geringere Rolle spielen als bisher angenommen.

Die helle Haut rothaariger Menschen ist durch eine Genvariante im Melanocortin-Rezeptor bedingt. Dadurch wird besonders viel Phäomelanin, ein rot-gelbes Pigment, produziert. Im Gegensatz zum schwarz-braunen Eumelanin, das Personen mit dunklerer Haut vor größeren Sonnenschäden bewahrt, schützt Phäomelanin kaum vor UV-Strahlen.

In Mausmodellen wurden jetzt weitere Auswirkungen der für Rothaarige typischen Genvariante untersucht. Tatsächlich entwickelten Nager, die dem rothaarigen Pigmenttyp entsprechen und zusätzlich über die Krebsgen-Mutation Braf V600E verfügen, auch ohne UV-Bestrahlung sehr häufig schwarzen Hautkrebs. In ihren Hautproben fanden sich zudem größere oxidative DNA- und Fettsäureschäden. Das Phäomelanin scheint bei der Neigung, auch ohne UV-Strahlen Melanome zu entwickeln, eine Schlüsselrolle zu spielen. In einem zweiten Schritt wurden Mäuse mit einem Albino-Allel untersucht. Diese Tiere sind nicht in der Lage, Pigmente wie Phäomelanin zu produzieren. Ohne UV-Bestrahlung erkrankte keine dieser Mäuse an einem Melanom. Im Gegensatz zu ihren Artgenossen des rothaarigen Pigmenttyps wiesen sie auch keine auffälligen Hautschäden auf.

Diese Daten legen nahe, dass das Pigment Phäomelanin und die in Verbindung stehenden Kaskaden einen UV-unabhängigen, aber oxidativ schädigenden und somit krebserzeugenden Beitrag zur Melanomentstehung liefern.

Mitra D et al.: Nature 2012; 491 (7424): 449-53

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