zur Navigation zum Inhalt
© Simone Schleede/TUM
Die Kombination von Dunkelfeld- und konventionellem Röntgenbild ermöglicht eine klare Unterscheidung zwischen gesundem und emphysematösem Gewebe sowie eine Beurteilung der regionalen Verteilung der Krankheit.

 
Radiologie 26. November 2012

Frühschäden der Lunge erkennen

Gestreutes Röntgenlicht zeigt krankes Gewebe.

Schwere Lungenerkrankungen sind im Frühstadium schwer zu diagnostizieren. Mit einer neuen Röntgentechnik könnte dies möglich werden. Derzeit arbeiten die Entwickler daran, die Methode praxistauglich zu machen.

Vorläufer einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ist in der Regel eine chronische Bronchitis. Eine schwerwiegende Begleiterscheinung sind teilweise zerstörte Lungenbläschen und eine Aufblähung der Lunge (Emphysem). Doch in normalen Röntgenaufnahmen sind die feinen Unterschiede im Gewebe kaum sichtbar.

Zusätzlich zum normalen Röntgenbild wurde daher an der LMU München auch die vom Gewebe gestreute Strahlung analysiert. Aus diesen Daten wurden dann detaillierte Bilder der Lungen der untersuchten Mäuse errechnet. Anhand solcher Bilder kann der Arzt nicht nur sehen, ob ein Patient erkrankt ist sondern auch, welche Stellen der Lunge wie stark betroffen sind.

„Gerade die frühen Stadien von Lungenerkrankungen besser erkennen, quantifizieren und lokalisieren zu können wäre sehr hilfreich“, konstatiert Prof. Dr. Maximilian Reiser, Leiter des Instituts für Klinische Radiologie an der LMU München. „Wir erhoffen uns eines Tages mit der neuen Technik eine verbesserte Diagnose und Therapie von COPD und eine geringere Strahlenbelastung als mit der hochaufgelösten Computertomografie“.

Entwickelt wurde die Methode im Rahmen der Forschungsarbeit des Exzellenzclusters Munich-Centre for Advanced Photonics (MAP). Für die Versuche nutzten die Wissenschaftler die Compact Light Source der Firma Lyncean Technologies Inc., eine kompakte Synchrotron-Strahlungsquelle.

Im Center for Advanced Laser Applications (CALA), sollen in den nächsten Jahren neue, lasergetriebene Röntgenquellen entwickelt werden.

Parallel dazu arbeitet man in München daran, die Analyse der Streustrahlung so weiter zu entwickeln, dass sie auch mit herkömmlichen Röntgenapparaten eingesetzt werden kann.

Quelle: Schleede S et al.: PNAS 2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben