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© Elena Elisseeva / shutterstock.com
Großfrüchtige Moosbeere, besser bekannt als Cranberry
 
Urologie 12. November 2012

Kein Nutzen von Cranberrys gegen Harnwegsinfekt

Ein weiteres Mal widmet sich ein Cochrane-Review der Großfrüchtigen Moosbeere, besser bekannt als Cranberry. Den Beeren respektive ihrem Saft wird nachgesagt, vorbeugend gegen Harnwegsinfekte (HWI) zu wirken – offenbar größtenteils zu Unrecht. 2008 hatte es noch nach einem geringen Nutzen von Cranberry-Saft zumindest bei Frauen mit rezidivierenden HWI ausgesehen. Seither sind die Ergebnisse von 14 weiteren Studien mit dem Beerensaft veröffentlicht worden und in den neuesten Review eingeflossen. Das Resümee fällt nun noch pessimistischer aus: Cranberry-Saft scheint sogar noch weniger präventive Wirkung gegen HWI zu haben als im Update davor.

In keiner der untersuchten Gruppen konnte ein überzeugender Nutzen im Vergleich zu Placebo, Antibiotika, Laktobazillen oder keiner Kontrolltherapie nachgewiesen werden. Zu den insgesamt 4.473 Probanden in 24 Studien gehörten, neben den erwähnten Frauen mit wiederkehrenden HWI weitere Risikogruppen: ältere Frauen und Männer, katheterisierte Patienten, Schwangere, Patienten mit Anomalien des Harntrakts und Kinder, die einen ersten oder rezidivierenden Infekt erlitten hatten. Neben Saft waren auch andere Produkte wie Tabletten und Kapseln getestet worden. Die Einnahmedauer betrug jeweils mindestens einen Monat.

Allenfalls bei Frauen mit rezidivierenden HWI ließ sich ein Trend erkennen, der einen Vorteil der Cranberry-Zubereitungen nahelegt. Das relative Risiko sank hier im Mittel um 26 Prozent, das Konfidenzintervall reichte indes von einer Reduktion um 58 Prozent bis zu einer Steigerung von 31 Prozent; damit war das Ergebnis nicht signifikant.

Jepson RG et al.: Cochrane Database Syst Rev 2012,10, ArtNo. CD001321; doi:10.1002/14651858.CD001321.pub5

springermedizin.de, Ärzte Woche 46/2012

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