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Dorsale Anatomie der männlichen Sexualorgane mit Vorsteherdrüse.
 
Radiologie 24. Oktober 2012

Seeds schwächen die Potenz

Brachytherapie ist doch nicht so schonend.

Ärzte der Universität Texas haben die Auswirkungen einer Brachytherapie der Prostata auf die Sexualfunktion in einer prospektiven Studie untersucht. 129 Männern im mittleren Alter von 65 Jahren wurden als alleinige Therapie ihres Prostatakarzinoms Iod-125-Seeds mit einer Gesamtdosis von 145 Gy implantiert. Vor der Behandlung sowie einen, vier, acht und zwölf Monate danach wurden sie zu Erektionsfähigkeit und sexueller Zufriedenheit befragt.

Vor der Seed-Implantation gaben 56 Prozent der Männer an, optimale – das heißt für den Geschlechtsverkehr taugliche – Erektionen zu haben. 62 Prozent von ihnen beschrieben sich auch ein Jahr später als unverändert potent. Allerdings verwendeten 58 Prozent dieser Patienten PDE-5-Hemmer oder andere Erektionshilfen. Vor dem Eingriff hatten aber immerhin auch schon 29 Prozent der Männer mit „optimaler Potenz“ auf solche Hilfsmittel zurückgegriffen.

Jüngere Patienten überstehen die Behandlung besser

Die Erektionsprobleme nahmen mit der Dauer der Behandlung zu: Nach einem und nach vier Monaten hatten noch 68 bzw. 67 Prozent der anfangs potenten Männer ihre Erektionsfähigkeit als unverändert gut bewertet.

Wie sehr die erektile Funktion durch die Brachytherapie Schaden nahm, hing auch vom Alter der Patienten ab. Von den potenten Männern unter 70 Jahren erlitten 69 Prozent keine Einbußen, bei den über 70-Jährigen war dies nur bei 31 Prozent der Fall.

Kein Zusammenhang ließ sich dagegen feststellen zwischen Erektionsproblemen und der am Bulbus penis gemessenen Strahlungsdosis. Der Bulbus penis ist zwar selbst nicht essenziell für das Erreichen einer Erektion, dafür aber zahlreiche angrenzende Strukturen.

Das Fazit der Studienautoren: Potenzerhalt nach Brachytherapie der Prostata ist möglich, oft aber nur unter Zuhilfenahme von Medikamenten. Derzeit untersuchen sie, ob durch den routinemäßigen Einsatz von PDE-5-Hemmern eine bessere Rehabilitation der erektilen Funktion erreicht werden kann.

Quelle: Whaley JT et al.: Int J Radiation Oncol Biol Phys 2012; 82(5): e765

springermedizin.de, Ärzte Woche 43/2012

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