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Infektiologie 4. Oktober 2012

Neue Waffe gegen MRSA

Nicotinamid (Vitamin B3) in hohen Dosen schützt vor gefährlichen Keimen. Es wirkt unter anderem gegen diejenigen Stämme von Staphylococcus aureus, die gegen viele Antibiotika resistent sind und sich deshalb nur schwer bekämpfen lassen.

In den aktuell publizierten Versuchen stärkten hohe Nicotinamid-Dosen die Neutrophilen sowohl bei lebenden Mäusen als auch im menschlichen Blut in vitro. Die Neutrophilen schütteten dadurch vermehrt antibakteriell wirkende Stoffe aus.

Die Vitamingabe wirkte in Experimenten gegen MRSA und gegen Pseudomonas, eine weitere Bakteriengattung, die zunehmend in antibiotikaresistenter Form auftritt.

Riskant scheinen die in den ersten Versuchen verwendeten Nicotinamid-Dosen nicht zu sein, in anderem Zusammenhang haben sie sich längst bewährt: Z. B. kann vor der Bestrahlung von Krebspatienten Nicotinamid in hohen Dosen verabreicht werden, um das Ansprechen von soliden Tumoren zu erhöhen. Die bisher eingesetzten Dosen entsprechen etwa dem 300-fachen der empfohlenen Tageszufuhr. Nebenwirkungen, so die Autoren, seien erst bei noch größeren Mengen zu erwarten; jedoch fehlen dazu groß angelegte Studien.

Kyme P et al.: JCI 2012; 122 (9): 3316–29

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