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© MichaelTaylor /shutterstock
Helicobacter pylori
 
Gastroenterologie 10. September 2012

Die Giftspritze des Helicobacter

Helicobacter pylori gilt als Krebsauslöser. Doch der Erreger tritt unterschiedlich aggressiv auf, was vor allem wohl vom Sekretionssystem cag-TypIV abhängt.

Dieser molekulare Komplex kommt nur bei besonders pathogenen Stämmen vor. Man kann sich das System wie eine molekulare Spritze vorstellen, mit deren Hilfe das Bakterium einen Giftstoff (CagA-Protein) in die Zellen seines Wirts injiziert. Nun wurde die Kristallstruktur eines Großteils des „bakteriellen Onkoproteins“ entschlüsselt, und es zeigte sich, dass CagA über eine bisher völlig unbekannte dreidimensionale Struktur verfügt.

In einem weiteren Schritt wurde die Interaktion des Proteins mit seinem Rezeptor an der Wirtszelle und vor allem die Bindungsregion genauer untersucht. Dank dieser Ergebnisse ist jetzt klar, dass die Bindung von CagA an den Integrin-Rezeptor essenziell für die Injektion des Proteins in die Zielzelle ist. Schließlich konnte diese Interaktion sogar – zumindest in der Zellkultur – erfolgreich therapeutisch blockiert werden.

Kaplan-Türköz B et al.: PNAS 2012; doi 10.1073/pnas.1206098109

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