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Innere Medizin 27. August 2012

Rheumatoide Arthritis setzt auch dem Skelett zu

Die Knochendichte der Hüfte sagt voraus, wie hoch das Risiko für nicht vertebrale Frakturen ist.

Frauen nach der Menopause, die an rheumatoider Arthritis leiden, schweben in großer Gefahr, sich osteoporosebedingt einen Wirbel oder andere Knochen zu brechen. In einem Zeitraum von fünf Jahren hatte in einer Studie fast jede dritte Patientin eine Fraktur erlitten.

In der OSTRA-Kohortenstudie war nach fünfjährigem Follow-up bei 16 Prozent der Frauen eine neue nicht vertebrale Fraktur aufgetreten; dies entspricht einer jährlichen Inzidenz von 3,2/100 Patientinnen/Jahr. Betroffen waren Oberarm, Handgelenk, Hüfte, Oberschenkel, Knöchel, Rippen und Schambein. 19 Prozent wiesen mindestens einen neuen Wirbelbruch auf (Inzidenz 3,7/100 Patientinnen/Jahr). Die Frakturen waren überwiegend vom Grad II oder III, also mäßig (Wirbelhöhe um 25 – 40 Prozent reduziert) bis schwer (Reduktion › 40 Prozent). Insgesamt hatten sich 32 Prozent der Frauen während der fünf Jahre einen Knochen gebrochen.

An der Studie teilgenommen hatten 102 Patientinnen in der Postmenopause, die seit mindestens fünf Jahren an rheumatoider Arthritis erkrankt waren. Das Kürzel „OSTRA“ steht für die Städte Oslo (Norwegen), Truro (Großbritannien) und Amsterdam (Niederlande), in denen jeweils ein rheumatologisches Zentrum für die Rekrutierung und Untersuchung der Probandinnen zuständig war. Die Knochenmineraldichte (BMD) des Hüftknochens zu Studienbeginn erwies sich als unabhängiger Vorhersagefaktor für neue nicht vertebrale Frakturen während des Follow-up. Im Vergleich von Patientinnen mit und ohne Wirbelfrakturen fiel auf, dass Frauen mit Brüchen signifikant häufiger Kortikosteroide einnahmen (78 % versus 54 %; p ‹ 0,05). Auch die Krankheitsaktivität der rheumatoiden Arthritis war bei Frauen mit Wirbelfrakturen tendenziell höher.

Fazit

Die OSTRA-Studie bestätigt im fünfjährigen Längsschnitt, was bisher fast nur aus Querschnittstudien bekannt war: Frauen in der Postmenopause, die an rheumatoider Arthritis leiden, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Die jährliche Inzidenz von nicht vertebralen Frakturen liegt bei 3,2, jene von Wirbelfrakturen bei 3,7/100 Patientinnen. Das ist mehr als dreimal so hoch wie die Inzidenzraten, die in früheren Untersuchungen für die Allgemeinpopulation von über 50-Jährigen errechnet worden waren.

springermedizin.de/rb
, Ärzte Woche 35/2012

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