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Allgemeinmedizin 29. Juni 2012

Botox ist nur bei chronischer Migräne ratsam

Schmerz

Botulinumtoxin A wird seit einiger Zeit zur Linderung der Symptome von Migräne eingesetzt. Eine Metaanalyse zeigt nun: Das Medikament wirkt nur bei chronischer Migräne.

Das Botulinumtoxin wird bereits seit Jahren bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt, etwa um Muskelspastiken zu lösen, oder bei Bewegungsstörungen. Bei der ästhetischen Behandlung mimischer Falten wurde zufällig eine interessante Nebenwirkung von Botox entdeckt, nämlich eine Besserung des Krankheitsbilds bei Migränepatienten. Eine aktuelle Auswertung zeigt nun, dass lediglich bei der chronischen Migräne eine spürbare Besserung erzielt wird, also bei Patienten, die an mindestens 15 Tagen im Monat unter Schmerzen leiden. Bei ihnen nimmt die Zahl der Krankheitstage pro Monat im Vergleich zu Placebo um durchschnittlich zwei Tage ab. Bei episodischer Migräne oder anderen Formen von Kopfschmerzen verringern sich die Kopfschmerztage mit Botox gegenüber Placebo dagegen nicht. Im Vergleich mit herkömmlichen Medikamenten zur Vorbeugung chronischer Migräne ist Botox ebenso wirksam, hat aber weniger Nebenwirkungen.

Jackson JL, et al.: JAMA 2012; 307 (16): 1736–1745

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