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Wer ständig auf hohen Absätzen unterwegs ist, strapaziert seine Venen.
 
Allgemeinmedizin 23. Mai 2012

Auf High Heels den Krampfadern entgegen

Eine Frage der Zentimeter.

Wer auf hohen Absätzen durch die Welt stöckelt, gibt am Abend oft ein weniger elegantes Bild ab. Schmerzen, Müdigkeit und eine bleierne Schwere in den Beinen sorgen dafür, dass die Geplagten gerne auf weitere Aktivitäten verzichten und eigentlich nur noch die Füße hochlegen wollen. Eine brasilianische Studie (Tedeschi Filho W et al. Influence of high-heeled shoes on venous function in young women.J Vasc Surg 2012; article in press) untersuchte die Zusammenhänge jetzt genauer: Mit der Absatzhöhe reduziert sich die venöse Ejektionsfraktion, während gleichzeitig das Residualvolumen ansteigt.

Zum Test traten 30 symptomlose Frauen zwischen 20 und 35 Jahren ohne Venenerkrankungen an. Mittels Luft-Plethysmografie wurde der venöse Blutfluss der Wade sowohl barfuß als auch auf verschiedenen Absatzhöhen und -formen jeweils nach mehreren anspannenden und entspannenden Fußbewegungen gemessen.

Zwischen den Schuhwechseln durften sich die Probandinnen jeweils fünf Minuten Pause gönnen. Für jede Fersenhöhe wurden folgende Parameter ermittelt: venöser Füllungsindex (VFI), Ejektionsfraktion (EF) und Residualvolumen (RVF).

Schlechte Funktion der Venenpumpe auf Plateauschuhen

Bei den Barfüßlerinnen fanden sich mit 71,5 Prozent die höchsten EF-Werte und mit 35,3 Prozent das niedrigste RVF. Bereits bei einer Absatzhöhe von 3,5 cm betrug das RVF 49,3 Prozent und stieg mit der Höhe des Schuhes weiter, wenn auch nicht signifikant (Stiletto 56,1 Prozent, Plateau 59,4 Prozent). Die schlechtesten Werte für die Ejektionsfraktion wurden bei Frauen mit 7 cm hohen Absätzen gemessen (Stilettos 55,1 Prozent, Plateau 51,3 Prozent). Auf die venöse Füllung hatte die Absatzhöhe dagegen keinen Einfluss.

Fazit der Autoren

Bei den gleichen Frauen, bei denen barfuß normale RVF- und EF-Werte gemessen wurden, lagen die Werte außerhalb des Normbereichs, sobald die Probandinnen hohe Schuhe trugen. Die Autoren gehen davon aus, dass das vorübergehend in seiner Beweglichkeit eingeschränkte Sprunggelenk den venösen Rückstrom verringert. Am stärksten war die Funktion der Muskelpumpe durch hohe Plateauschuhe beeinträchtigt. Trägt eine Frau ständig hohe Schuhe, kann sich der Druck in den Venen der unteren Extremität erhöhen und letztlich zu schmerzhaften Beschwerden führen und die Entwicklung einer Varikose begünstigen.

springermedizin.de/cst
, Ärzte Woche 21 /2012

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