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Lerndefizit bei Alkoholkranken

Wissen nicht übertragbar

Alkohol macht das Gehirn weniger flexibel: Neues Wissen wird zwar aufgenommen, kann aber nicht flexibel in unbekannte Situationen übertragen werden.

Neurowissenschaftler vom Institut für Kognitive Neurowissenschaft der Ruhr-Universität Bochum (RUB), Deutschland, verglichen die Lernleistungen von 24 alkoholabhängigen Patienten mit der von 20 gesunden Probanden.

In jedem Versuchsdurchgang präsentierten sie zwei abstrakte Symbole auf einem Computermonitor, von denen die Teilnehmer eines auswählen sollten.

Die Wahrscheinlichkeit, für die Auswahl einen Geldgewinn von 20 Cent zu erhalten, war für jedes der insgesamt sechs Symbole unterschiedlich. Ziel war es zu lernen, welches die gewinnbringendsten Symbole sind. Alkoholiker lernten genauso gut wie gesunde Menschen, sich für die lukrativeren Alternativen zu entscheiden.

In einem abschließenden Test ließen die Forscher die Symbole in neuen Kombinationen gegeneinander antreten. Gesunde Teilnehmer konnten mit dem zuvor gelernten Wissen auch aus bislang unbekannten Symbolpaaren die gewinnbringendere Alternative bestimmen. Alkoholabhängige Menschen absolvierten die Aufgabe hingegen wesentlich schlechter.

Erstautorin Martina Rustemeier zufolge sind diese Ergebnisse auch für die Behandlung relevant: „Alkoholabhängige Menschen haben oft Probleme, ihre Erkenntnisse aus der Psychotherapie im Alltag umzusetzen. Eigentlich kennen sie die negativen Konsequenzen des Trinkens (...) und sind sich auch über die positiven Konsequenzen des Nichttrinkens im Klaren. Trotzdem haben sie Probleme, ihr Verhalten dauerhaft zu ändern, wenn sie nach der Therapie in ihr normales Leben zurückkehren.“

Rustemeier, M. et al.: Alcoholism: Clinical and Experimental Research 2012; doi:10.1111/j.1530- 0277.2011.01696.x

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