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Foto: ©iStockphoto.com/uchar
Österreich gehört weltweit zu den Pionieren der Ex-vivo-Perfusion.
 
Transplantationen 17. April 2012

Wie Spenderorgane verbessert werden

Wiener Studie: Beatmen und Durchbluten macht sonst inakzeptable Organe implantierbar.

Wiener Transplantationschirurgen führten eine Studie durch, in der Spenderorgane außerhalb des Körpers beatmet und durchspült wurden. Der überwiegende Teil der Organe konnte damit optimiert werden.

Vergangenes Jahr gab es in Wien einen neuen Rekord bei Lungentransplantationen. 110 derartige Eingriffe wurden an der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie des Wiener AKH unter der Leitung von Prof. Dr. Walter Klepetko vorgenommen, im Jahr zuvor waren es 98 gewesen. Damit zählte Wien weltweit zu den drei größten Zentren in Sachen Lungentransplantation. „Dieses Transplantationsvolumen (in Wien, Anm.) entspricht in etwa einem Drittel aller in ganz Deutschland durchgeführten derartigen Eingriffe“, erklärte Klepetko Anfang des Jahres.

Ex-vivo-Perfusion

Einen wesentlich Anteil an diesem Rekord trug die Anwendung einer neuen Methode bei, der sogenannten Ex-vivo-Perfusion (die Ärzte Woche berichtete). Österreich gehörte weltweit zu den ersten Ländern, in denen diese Methode, die in der aktuellen Form 2007 in Schweden entwickelt worden war, angewandt wurde. „Sie ermöglicht es, die Qualität von Spenderlungen außerhalb des menschlichen Körpers zu verbessern. Die Organe werden dabei in einer eigenen Maschine über mehrere Stunden beatmet, durchspült, in ihrer Qualität noch verbessert und anschließend transplantiert“, sagte Klepetko. Damit sei es gelungen, im Jahr 2011 mehr als zehn Lungen für die Transplantation verwendbar zu machen, die ansonsten nicht mehr dafür geeignet gewesen wären.

Die Forscher haben die Ergebnisse des Prozederes bei 13 Spenderorganen zwischen März 2010 und Juni 2011 publiziert. Zwar zeigten vier der Organe keine Verbesserung. Neun der Organe, die sonst nicht hätten implantiert werden können, zeigten eine so deutliche Funktionssteigerung, dass die Verpflanzung gelang. Bei keinem der Eingriffe stellte sich ein deutliches Organversagen binnen 72 Stunden ein, keiner der Patienten starb binnen 30 Tagen. „Während des Beobachtungszeitraums gab es 119 andere standardmäßige Lungentransplantationen. Die Ergebnisse waren ähnlich“, so die Autoren.

Die extrakorporale Perfusion von Spenderlungen wird mit einer blutlosen Lösung bei Körpertemperatur durchgeführt. Die Spenderlunge wird anfänglich wie bisher üblich gekühlt in den Operationssaal gebracht und dann nach einem genauen Schema an die Perfusion angeschlossen und über einen Zeitraum von 30 Minuten aufgewärmt. Die Beatmung wird erst begonnen, nachdem die Lunge auf Körpertemperatur aufgewärmt ist, um Schäden am Organ zu vermeiden.

Während der Ex-vivo-Perfusion werden die entscheidenden Parameter wie Sauerstoffaufnahme, Elastizität der Lunge sowie Beatmungsdruck laufend überwacht, und die Lunge wird durch eine spezielle Lösung mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, der Flüssigkeitshaushalt somit optimiert.

Aigner C et al.: Clinical Ex Vivo Lung Perfusion – Pushing the Limits. American Journal of Transplantation. 2012; doi:10.1111/j.1600- 6143.2012.04027.x

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