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Foto: ©iStockphoto.com/fotostok_pdv
Wer als Kind Krebs hatte, hat im weiteren Leben ein höheres Karzinomrisiko.
 
Onkologie 10. April 2012

Ersttumor als Kind - Zweittumor als Erwachsener

Patienten, die als Kind ein Malignom überlebt haben, sind auch noch mit über 40 Jahren stärker durch Zweitkarzinome, vor allem im Gastrointestinal- und Urogenitalbereich, bedroht.

In Großbritannien sind in einem bevölkerungsweiten Register 17.981 Patienten erfasst, die ein zwischen 1940 bis 1991 im Alter bis 15 Jahren diagnostiziertes Karzinom mindestens fünf Jahre überlebten. Trat bei solchen Personen wieder ein Karzinom auf, wurden für eine Langzeitstudie genaue Informationen von allen behandelnden Ärzten und beteiligten Kliniken gesammelt. Bis zum Jahr 2006 wurden 1.354 maligne Zweittumoren bei 1.222 Patienten verifiziert. Die Beobachtungsdauer nach der 5-Jahres-Überlebenszeit betrug 369.910 Patientenjahre, die mittlere Dauer seit der Krebsdiagnose im Kindesalter 25,6 Jahre.

Die zahlenmäßig häufigsten Zweittumoren betrafen das Zentralnervensystem (n = 344), die Haut unter Ausschluss von Melanomen (278), den Gastrointestinal- (105) und Urogenitaltrakt (100), Mamma (97) und Knochen (94). Die Zahl dieser Zweittumoren wurde mit der Inzidenz dieser Ersttumoren bei Erwachsenen verglichen. Demnach sind Patienten, die eine Krebserkrankung im Kindesalter mindestens fünf Jahre überlebt haben, jenseits des 40. Lebensjahres viermal häufiger durch ein neues Malignom bedroht. Nach einer derartigen karzinomspezifischen Standardisierung ergibt sich, dass die Anfälligkeit für Karzinome des Gastrointestinal- und Urogenitaltraktes um das Sechsfache steigt und damit am höchsten ist.

Reulen, R. C. et al.: Journal of the American Medical Association 2011; 305 (22): 2311–9; doi:10.1001/jama.2011.747

pädiatrie hautnah, Ärzte Woche 15 /2012

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