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Neurologie 10. April 2012

Entzug bei Kopfschmerz durch Analgetika

Viele Leitlinien empfehlen einen Medikamentenentzug, der in der Vergangenheit meistens stationär durchgeführt wurde. Ein Paradigmenwechsel führte jetzt dazu, dass die meisten Patienten heute ambulant oder tagesklinisch entzogen werden. Eine Studie bekräftigt diesen Trend.

In einer offenen randomisierten Studie verglichen französische Wissenschaftler den ambulanten Entzug mit einer stationären Entzugsbehandlung. Von den 82 Patienten erhielten in den Jahren 2003 bis 2005 36 Patienten eine ambulante Entzugsbehandlung und 35 eine stationäre. Untersucht wurden sie nach zwei Monaten und nach zwei Jahren, wobei nach zwei Jahren noch Daten von 34 beziehungsweise 32 Patienten verfügbar waren. In beiden Entzugsverfahren wurden die Medikamente abrupt abgesetzt und Entzugserscheinungen mit Amitriptylin behandelt.

Außerdem erhielten die Patienten Metoclopramid gegen Übelkeit und bei Bedarf nichtsteroidale Antirheumatika. Der primäre Endpunkt war die Zahl der Kopfschmerztage pro Monat nach zwei Monaten und nach zwei Jahren, verglichen mit den Ausgangsdaten.

Als Responder wurden Patienten definiert, bei denen der Kopfschmerz wieder an weniger als 15 Tagen im Monat bestand und bei denen an weniger als zehn Tagen im Monat Medikamente zur Akuttherapie eingenommen wurden. Bezüglich der Endpunkte ergab sich zwischen den beiden Behandlungsgruppen kein Unterschied. Die Responderrate betrug jeweils 44 Prozent.

Créac’h, C. et al.: Cephalalgia 2011; 31 (11): 1189–98; doi:10.1177/03331 02411412088

springermedizin.de, Ärzte Woche 15 /2012

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