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Wenn in der Familie Coxarthrose vorkommt, zeigen Verwandte eher radiologische Zeichen einer krankhaften Veränderung des Gelenks.
 
Orthopädie 7. April 2012

Hüftgelenksarthrose liegt in der Familie

Bei starker familiärer Vorbelastung ist das Erkrankungsrisiko schon in mittleren Lebensjahren deutlich erhöht.

Coxarthrosen sind auch erblich bedingt. Hinweise darauf gibt eine aktuelle Studie an der Universität Oxford. Demnach können erste Symptome bereits auftreten, wenn noch keine objektivierbaren Befunde vorliegen.

In einer prospektiven Studie der Universität Oxford entwickelten Teilnehmer mit positiver Familienanamnese (n = 123) häufiger radiologische und klinische Zeichen einer Hüftgelenksarthrose als nicht vorbelastete Kontrollpersonen (n = 80). Bei Ersteren war der Mutter und mindestens einer Schwester der Mutter wegen einer schweren Arthrose eine Hüftgelenksendoprothese implantiert worden. Letztere waren die Ehepartner dieser sogenannten „Geschwisterkinder“. Im mittleren Alter von 52 Jahren hatten bei den „Geschwisterkindern“ 15 Prozent der Hüften eine radiologisch nachweisbare Coxarthrose (Kellgren-Lawrence-(KL-)Stadium ≥ 2). Bei den Ehepartnern im mittleren Alter von 54 Jahren waren nur acht Prozent der Hüften betroffen. Auch nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Body Mass Index (BMI) lag die Wahrscheinlichkeit eines positiven Röntgenbefundes in der vorbelasteten Gruppe signifikant höher (Odds Ratio (OR) 2,7).

Klinische Zeichen einer Coxarthrose, erfasst mithilfe von Anamnese und körperlicher Untersuchung sowie Oxford-Hip-, WOMAC- und Non-Arthritic-Hip-Score, fanden sich bei 15 Prozent der Personen mit genetischem Hintergrund einer Coxarthrose und bei fünf Prozent der Ehepartner. Klinische Zeichen in Kombination mit Symptomen wurden bei neun Prozent bzw. vier Prozent festgestellt.

Studienteilnehmer mit Arthrose-Vorgeschichte hatten selbst dann häufiger einen klinischen Befund, wenn in der Bildgebung kein Unterschied zu den Kontrollpersonen zu entdecken war. Bei ihnen war außerdem in den zurückliegenden fünf Jahren eine schnellere Progression der klinischen Befunde erfolgt.

Erst Beschwerden, dann Befunde

Interessanterweise hatte von den vorbelasteten Personen, die fünf Jahre zuvor über Arthrosesymptome ohne klinisches Korrelat geklagt hatten, jeder Dritte zwischenzeitlich Krankheitszeichen entwickelt. Anders als im Allgemeinen angenommen, können erste Symptome also auch objektivierbaren Befunden vorausgehen. 

Literatur:

Pollard T.C.B et al. Genetic predisposition to the presence and five-year clinical progression of hip osteoarthritis; Osteoarthritis and Cartilage Epub Feb 2012, doi: 10.1016/j.joca.2012.02.003

Die Studie von Pollard T.C.B et al. ist online zu finden unter:

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1063458412000647?v=s5

Quelle: springermedizin.de.

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