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Kräftig zuzulangen ist manchem Patienten nach einem Schlaganfall nicht mehr möglich.
 
Allgemeinmedizin 2. März 2012

Schlecht essen nach Schlaganfall

Drei Monate nach dem Ereignis isst die Hälfte der Patienten noch immer zu wenig.

Forscher vom schwedischen Karolinska-Institut überprüften das Befinden von 36 Schlaganfall-Patienten fünf Tage nach einem Schlaganfall im Spital sowie bei einer Folgeuntersuchung drei Monate später. Bei der Spitalsuntersuchung stellten die Forscher bei 78 Prozent Essprobleme fest, allen voran durch verringerte Sensibilität und aufgrund von Schluckstörungen.

Die Untersuchten waren zwischen 40 und 85 Jahre alt und lebten zu 92 Prozent noch im eigenen Haus. Jeder Vierte von ihnen hatte bereits mehrere Schlaganfälle hinter sich. Bedenklich erschien den Forschern, dass sich derartige Probleme nach drei Monaten häufig bemerkbar machten und sich teilweise sogar verstärkt hatten. Zwar sank der Anteil jener Personen, die als „von Mangelernährung gefährdet“ eingestuft wurden – nämlich von 78 auf 56 Prozent, doch die Rate an Patienten mit Schluckstörungen blieb mit 33 Prozent gleich. Die Ernährungsqualität hatte sich indes verschlechtert.

Angehörige und Gesundheitsbedienstete sollten die Ernährung der Patienten nach einem Schlaganfall gezielt im Auge behalten, denn besonders bei alten und kranken Menschen führt eine Mangelernährung zu kürzerer Lebenserwartung, höherer Krankheitsanfälligkeit und zu einer schlechteren Reaktion auf Medikamente.

Medin, J. et al.: Journal of Advanced Nursing 2012; 68 (3): 580–9; doi: 10.1111/j.1365-2648.2011.05759.x

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