zur Navigation zum Inhalt
 
13. Februar 2012

Linkshänder unter der Lupe

Linkshändigkeit findet man in allen Kulturen. Sie ist früh evolutionär entstanden und entscheidend für die Entwicklung höherer kognitiver Steuerungsprozesse.

So hat sich die vokale Sprache des Menschen vermutlich aus der einseitigen zerebralen Steuerung manueller Kommunikation in Form von Gesten entwickelt. Erst die Ausbildung von Händigkeit hat neben der Sprachentwicklung feinste motorische Funktionen der menschlichen Hand ermöglicht.

Die Linkshändigkeit ist vermutlich eine Normvariante, eine Spielart der Natur. Davon abzugrenzen sind aber nachteilige Formen, die möglicherweise Ausdruck von frühen Entwicklungsstörungen oder genetischen Defekten sein könnten.

So scheinen Linkshändigkeit und extreme Rechtshändigkeit häufiger im Rahmen bestimmter Erkrankungen aufzutreten. Hinweise dafür findet man zum Beispiel bei der Epilepsie, der Schizophrenie und dem Autismus. Bei der Entstehung von Depressionen vermuten Forscher eine relative Unteraktivität der linken im Vergleich zur rechten Hirnhälfte. Bei manischen Episoden läge dementsprechend ein umgekehrtes Ungleichgewicht vor.

Gutwinski, S. et al.: Deutsches Ärzteblatt International 2011; 108(50): 849–53; doi:10.3238/arztebl.2011.0849

alphagalileo, Ärzte Woche 7 /2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben