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Chirurgie 5. Februar 2012

Schlanke haben höhere postoperative Mortalität

Unabhängig von der Art des Eingriffs und dem Gesundheitszustand des Patienten bestimmt auch sein BMI, wie groß die Gefahr ist, dass er die erste Zeit nach einer größeren Operation nicht überlebt. Die schlechtesten Chancen haben einer amerikanischen Registerstudie zufolge chirurgische Patienten mit einem BMI unter 23,1.

Die Untersuchung basiert auf der Datenbank des American College of Surgeons National Surgical Quality Improvement Program. Für 189.533 Patienten aus den Jahren 2005 und 2006 lagen vollständige Angaben zu BMI, Eingriff und erwartetem Sterberisiko vor. Ihre 30-Tage-Mortalität betrug 1,7% (n = 3245).

Die Patienten wurden nach ihrem BMI fünf gleich großen Gruppen zugeordnet. In der Quintile mit dem niedrigsten BMI (< 23,1) gab es innerhalb von 30 Tagen fast doppelt so viele Todesfälle (1073 vs. 562) wie in der mittleren BMI-Quintile (26,3–<29,7). Selbst nach Berücksichtigung des operations- und patientenspezifischen Sterberisikos hatten die schlanksten Patienten eine um 40% und damit signifikant höhere Odds Ratio bei der 30-Tage-Mortalität. Dagegen fiel die Mortalität bei den Patienten der vierten und fünften Quintile (BMI 29,7–<35,3 und ≥35,3) sogar etwas geringer aus als in der mittleren Quintile, dieser Unterschied war jedoch nicht signifikant.

Dass adipöse Patienten nach einer Operation nicht mehr um ihr Leben fürchten müssen als weniger beleibte Patienten, haben auch schon andere Studien gezeigt. Allerdings verändert sich das Bild, wenn der Zusammenhang zwischen BMI und postoperativer Mortalität für verschiedene Eingriffe getrennt betrachtet wird. Dann ergab die aktuelle Registerstudie nämlich, dass dickere Patienten nach bestimmten Prozeduren sehr wohl schlechtere Überlebenschancen haben als normalgewichtige. Das war z. B. bei kolorektalen Resektionen, Cholezystektomien, Hernien-Operationen oder Mastektomien der Fall.

Turrentine F.E. et al.: Archives of Surgery 2011; doi:10.1001/archsurg.2011.310

Springermedizin.de/PH, Ärzte Woche 5 /2012

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