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Foto: photos.com
Welchen Effekt Rotwein auf die kardiovaskuläre Gesundheit wirklich hat, ist nun wieder etwas unklarer.
 
Allgemeinmedizin 24. Jänner 2012

Von wegen in vino veritas

Amerikanischer Rotwein-Forscher hat Studien gepanscht.

Jahrelang hat der US-amerikanischer Forscher Dr. Dipak K. Das, Universität von Connecticut, wissenschaftliche Artikel über die gesundheitsfördernde Wirkung von Rotwein veröffentlicht. Doch viele waren offenbar Humbug: Jetzt ist er von seiner Universität der Datenfälschung überführt worden.

 

Der in Rotwein enthaltene Wirkstoff Resveratrol steht schon seit geraumer Zeit im Blickpunkt der medizinischen Forschung.

Unter anderem wegen seiner antioxidativen Eigenschaften erhofft man sich von diesem Polyphenol mögliche protektive Effekte gegen Atherosklerose in Gefäßen und somit gegen kardiovaskuläre Erkrankungen, aber beispielsweise auch gegen Krebserkrankungen.

Besonders hoffnungsvoll stimmende Befunde speziell zu kardioprotektiven Effekten von Resveratrol kamen in den letzten Jahren aus dem von Dr. Dipak K. Das geleiteten kardiovaskulären Forschungslabor an der Universität von Connecticut.

Zu schön, um wahr zu sein

Anscheinend waren seine Forschungsberichte zumindest in einigen Aspekten aber wohl einfach zu schön, um wahr zu sein. Denn jetzt beschuldigt die Universität Connecticut Dr. Das, in 145 Fällen Forschungsdaten gefälscht oder gar erfunden zu haben.

Zwei Dutzend Studien betroffen

Zuvor war ein Untersuchungsausschuss (Special Review Board, SRB) der Universität der Sache drei Jahre lang auf den Grund gegangen, nachdem die Universität 2008 vom US-amerikanischen Office of Research Intergrity einen Wink bezüglich vermuteter Datenfälschungen bekommen hatte.

Der Ausschuss kam zu dem Ergebnis, dass Das offenbar in zwei Dutzend seiner Publikationen geschwindelt haben muss. Inzwischen hat die Universität elf wissenschaftliche Fachjournale darüber in Kenntnis gesetzt.

So soll Das unter anderem Abbildungen der Ergebnisse von Westernblot-Untersuchungen per Gel-Elektrophorese in seinen Artikeln mithilfe einer Bildbearbeitungssoftware manipuliert haben.

Forschungsgelder eingefroren

Die Universität von Connecticut hat als Konsequenz knapp 900.000 Dollar externe Forschungsgelder für das von Das geleitete Labor eingefroren und ein Entlassungsverfahren eingeleitet.

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