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Allgemeinmedizin 29. November 2011

Diabetes global im Vormarsch

Zuckerkrankheit ist fast auf der ganzen Welt häufiger geworden.

Die Anzahl der erwachsenen Diabetiker hat sich weltweit seit 1980 mehr als verdoppelt. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Imperial College London der Harvard University gekommen.

 

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 2,7 Millionen Menschen in 199 Ländern. Mit Hilfe statistischer Verfahren errechneten sie globale Werte. Sie gehen davon aus, dass die Anzahl der Erkrankten von 153 Millionen auf 347 Millionen angestiegen ist. Die Forscher fordern in The Lancet bessere Möglichkeiten der Erkennung und Behandlung der Krankheit.

Für 70 Prozent des Anstiegs der Erkrankungen machen die Wissenschaftler die höhere Lebenserwartung verantwortlich. Am markantesten ist der Anstieg bei den Inselstaaten des Pazifiks. Auf den Marshall Islands leidet ein Drittel der Frauen an Diabetes. Prof. Dr. Majid Ezzati, der am Imperial College London den Lehrstuhl für Global Environmental Health innehat, erklärte, dass Diabetes heute fast auf der ganzen Welt häufiger geworden sei. „Wenn es uns nicht gelingt, bessere Programme für die Identifizierung von Personen mit erhöhtem Blutzucker zu entwickeln und ihnen zu helfen, ihr Gewicht zu kontrollieren, wird Diabetes weiterhin weltweit eine große Belastung für die Gesundheitssysteme sein.“ Typ-2-Diabetes steht in einem engen Zusammenhang mit Adipositas.

Von den westlichen Ländern war Amerika von dem Anstieg am stärksten betroffen. Die Anzahl der Erkrankungen hat sich in Westeuropa relativ gering erhöht. Die in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation durchgeführte Studie ergab, dass die Anzahl der Erkrankungen in so gut wie jedem Land gleich geblieben oder angestiegen ist. 

 

Danaei, G. et al. (2011): National, regional, and global trends in fasting plasma glucose and diabetes prevalence since 1980: systematic analysis of health examination surveys and epidemiological studies with 370 country-years and 2.7 million participants. The Lancet, Volume 378, Issue 9785, Pages 31–40; doi:10.1016/S0140-6736(11)60679-X

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