zur Navigation zum Inhalt
 
Dermatologie 13. September 2011

Stress meiden, Sport treiben – das schützt vor Handekzemen

Übergewicht scheint Handekzeme zu begünstigen, sportlich Aktive leiden seltener darunter als Bewegungsmuffel.

Häufiges Händewaschen mit aggressiven Mitteln, Kontakt mit Allergenen – das sind bekannte Auslöser von Handekzemen. Nach Daten einer aktuellen Studie könnten aber auch Lebensstilfaktoren für deren Entstehung bedeutsam sein. Vor allem Stress scheint sich hier sehr ungünstig auszuwirken.

In einer Studie werteten schwedische Forscher Daten einer Befragung von knapp 27.800 Bewohnern im Raum Stockholm aus, die ausführliche Angaben zu ihrer Gesundheit und ihrem Lebensstil gemacht hatten. Insgesamt war bei knapp acht Prozent der Befragten innerhalb eines Jahres ein Handekzem aufgetreten – dies entspricht in etwa einer Prävalenz, die auch aus anderen Studien bekannt ist.

Die Forscher vom Karolinska-Institut in Stockholm schauten sich nun die Lebensgewohnheiten von Teilnehmern mit und ohne Handekzem genauer an. Dabei stellten sie fest, dass Handekzeme bei gestressten Personen im Schnitt um knapp 33 Prozent häufiger auftraten als bei ausgeglichenen Zeitgenossen.

Bei Männern, die sich praktisch jeden Tag im Stress fühlten, war die Prävalenz solcher Ekzeme sogar mehr als doppelt so hoch wie bei Männern ohne Stress. Zwischen stark und wenig gestressten Frauen war der Unterschied mit einem Faktor von 1,5 aber nicht ganz so groß.

Eine Adipositas ging in der Studie ebenfalls mit einer erhöhten Prävalenz von Handekzemen einher. Übergewichtige Teilnehmer waren etwa zu 20 Prozent häufiger betroffen als normalgewichtige.

Raucher hatten hingegen nur eine leicht erhöhte Ekzemrate, und wer viel Alkohol trank (über 35 Gramm pro Tag), bei dem war sie unwesentlich erniedrigt.

Überraschend war jedoch, dass sportlich Aktive, die mindestens dreimal pro Woche eine halbe Stunde Sport betrieben, deutlich seltener über Handekzeme berichteten als Couch-Potatoes: So war bei ihnen die Einjahres-Prävalenz um ganze 22 Prozent niedriger.

Da beim Sport die Plasmawerte einiger entzündungsfördernder Zytokine zurückgehen und die von anti-inflammatorischen Botenstoffen steigen, könnte Sport die Entzündungsprozesse bei Ekzemen mildern, vermuten die Studienautoren. Dagegen scheint Stress eher pro-inflammatorisch zu wirken. Für das erhöhte Ekzemrisiko bei Adipösen könnten entzündungsfördernde Zytokine aus Fettzellen bedeutsam sein.

 

 

Anveden Berglind, I. et al.: Life-style factors and hand eczema. British Journal of Dermatology 2011; 165 (3): 568–75; doi:10.1111/j.1365- 2133.2011.10394.x

SpringerMedizin.de/PH, Ärzte Woche 37 /2011

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben