zur Navigation zum Inhalt
 

Suizid und „Self-Embedding“

Eine extreme Form der Selbstverletzung bei Jugendlichen ist das „Self-Embedding“ (SEB). Dabei werden Gegenstände unter die eigene Haut geschoben oder ins Fleisch gestochen: Heft- und Büroklammern, Nadeln, Bleistiftminen oder Glassplitter.

In einer retrospektiven Analyse bei Patienten, denen ein Fremdkörper entfernt worden war, waren elf Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, darunter neun Mädchen, mit SEB identifiziert worden. Sie waren wegen Schmerzen oder Infektionen im Bereich des Fremdkörpers klinisch aufgefallen. Alle hatten eine bipolare Störung. Weitere psychiatrische Diagnosen waren posttraumatische Belastungsstörung, Depression, ADHS, Störung des Sozialverhaltens, Panik-, Zwangs- und Angststörungen. Drei Viertel der befragten Patienten gaben suizidale Ideen als Grund für ihr Verhalten an. Die Autoren sehen einen wesentlichen Unterschied zu anderen Formen von Selbstverletzungen. Deren Ziel ist es, positive Gefühle auszulösen und sich besser zu fühlen. „Im Gegensatz hierzu wird SEB mit der Absicht ausgeführt, sich ernsthaften Schaden zuzufügen, in den meisten Fällen begleitet von Suizidgedanken“, so die Autoren

Bennett, G. H. et al.: Pediatrics 2011; 127 (6): e1386–91

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben