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Chronischer Stress verstärkt Alzheimer

Im Tiermodell der Ratte konnte am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München nachgewiesen werden, dass chronischer Stress jene molekularen Prozesse in Gang setzt, die sowohl zur Bildung des neurotoxischen Beta-Amyloid-Proteins als auch zur Phosphorylierung des Tau-Proteins führen.

Während bis zu zehn Prozent der Alzheimer-Erkrankungen erblich bedingt sind, ist wenig über die Ursachen der sporadisch auftretenden Krankheit bekannt. Aufgrund der Beobachtung, dass depressive Patienten ein höheres Risiko haben, eine Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, verfolgen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in Zusammenarbeit mit der Universität von Minho in Braga, Portugal, die Hypothese, dass die Entwicklung beider Erkrankungen durch Stress ausgelöst und beeinflusst wird.

In einer aktuellen Studie weisen die Forscher nun nach, dass auch das Tau-Protein in Folge von Stresshormonen molekular verändert wird. Die nachgewiesene vermehrte Phosphorylierung des Proteins erzeugt die charakteristische Alzheimer Pathologie von Tau-Protein-Fibrillen.

Die Autoren postulieren eine direkte Korrelation der Menge an phosphoryliertem Tau-Protein mit der Alzheimer Pathologie unter gleichzeitiger Abnahme der kognitiven Leistungen. Die Verringerung und Vermeidung von Stress sollte sich also verlangsamend auf die Entwicklung der Erkrankung auswirken.

Sotiropoulos, I. et al.: Journal of Neuroscience, May 25, 2011; 31(21): 7840–7; doi:10.1523/ JNEUROSCI.0730-11.2011

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