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Kriegsspiele gegen Kriegstrauma

Für Soldaten, die es als Schwäche empfinden, wenn sie einen Therapeuten zur Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung konsultieren, könnten Virtual-Reality-Anwendungen eine Alternative zur herkömmlichen Gesprächstherapie sein.

Forscher der University of Southern California in Los Angeles haben untersucht, wie Virtual-Reality-Anwendungen (VR) genutzt werden können, um Soldaten in Kriegsgebieten psychologische Hilfe anzubieten. Damit soll eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) verhindert oder rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Die Forscher zeigen, dass VR eine Expositionstherapie, als Therapie der Wahl bei PTBS, ersetzen können: Heimkehrende Soldaten werden einer Simulation des traumarelevanten Umfelds ausgesetzt. Die emotionale Intensität der Szene kann dabei exakt kontrolliert werden. Der Patient muss dabei Erfahrungen nicht aktiv abrufen, wie beim traditionellen Expositionsansatz. Die Anwendung besteht aus virtuellen Szenarien, basierend auf Schilderungen des Kriegsumfelds durch heimkehrende Soldaten. Bei 80 Prozent der Patienten, die die Behandlung abgeschlossen hatten, zeigten sich ein deutlicher Rückgang von Angst- und Depressionssymptomen sowie weniger Anzeichen von PTBS. Darüber hinaus zeigen Berichte eine Verbesserung der Alltagssituation einzelner Patienten über mindestens drei Monate hinweg im Anschluss an die Behandlung.

Rizzo A et al.: Journal of Clinical Psychology in Medical Settings 2011; doi:10.1007/s10880-011-9247-2

Springer Select/PH, Ärzte Woche 21 /2011

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