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Foto: wikipedia
Scutellaria baicalensis wird in der traditionellen asiatischen Medizin bereits seit Jahrhunderten gegen Krebserkrankungen eingesetzt.
 
Onkologie 17. Mai 2011

Wie Tumorzellen in die Lymphknoten kommen

Eine chinesische Heilpflanze kann die Entstehung eines Botenstoffes der Tumorzellen verhindern und damit deren Eindringen in Lymphgefäße blockieren.

„Wir haben herausgefunden, wie sich die Tumorzellen ein Loch in die Wand von Lymphgefäßen bohren, um in die Lymphknoten in der Achselhöhle zu gelangen und dort Metastasen zu bilden“, erklärt Prof. Dr. Dontscho Kerjaschki, Vorstand des Klinischen Instituts für Pathologie der MedUni Wien.

„Als erster Schritt gelangen Zellen des Primär-Tumors durch die Verbindungskanäle der Lymphgefäße in die Lymphknoten. Wir haben entschlüsselt, wie das geschieht und was man dagegen tun kann.“ Die Gruppe um Kerjaschki hat festgestellt, dass Tumorzellen das Enzym Lipoxygenase benötigen, um ein bioaktives Abbauprodukt der Arachidonsäure zu produzieren (12S-HETE).

Diese Verbindung veranlasst die lymphgefäßbildenden Endothelzellen, sich an der Kontaktstelle mit den Tumorzellen zurückzuziehen. Das ebnet den Tumorzellen den Weg in die Lymphknoten, im Fall von Brustkrebs zuerst in die Achselhöhle, wo sich dann die Metastasen bilden: Es entsteht eine Öffnung in der Gefäßwand, durch welche die Tumorzellen eindringen können.

Ausgehend von der mikroskopischen Beobachtung menschlichen Tumormaterials aus dem Bioarchiv des Klinischen Instituts für Pathologie wurden diese Befunde auch in Gewebekulturen und Tumormodellen in Mäusen bestätigt. Durch genetische Ausschaltung dieser für die Herstellung des Invasionsfaktors nötige Enzymmaschinerie gelang es, das Eindringen in die Lymphgefäße und somit die Metastasierung in den Lymphknoten zu verhindern.

Außerdem stellte die Arbeitsgruppe fest, dass eine Substanz aus der Wurzel einer chinesischen Heilpflanze (Scutellaria baicalensis) wirkungsvoll die Entstehung des Botenstoffes der Tumorzellen verhindert und damit das Eindringen der Tumorzellen in Lymphgefäße blockiert. Die Heilpflanze wird in der traditionellen asiatischen Medizin gegen Krebserkrankungen eingesetzt.

Kerjaschki D et al.: Journal of Clinical Investigation 2011; 121(5): 2000–12

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