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Diabetologie 19. April 2011

Augencheck bei Schwangeren mit Diabetes

Eine dänische Studie zeigt das hohe Risiko, zu erblinden.

Bei schwangeren Frauen mit Diabetes besteht die Gefahr, dass sich eine Retinopathie stark verschlechtert. In einer dänischen Studie war bei sechs von 100 Typ-1-Diabetikerinnen das Augenlicht bedroht.

An der prospektiven Studie von Forschern des Reichshospitals in Kopenhagen nahmen 102 schwangere Diabetikerinnen teil (siehe Literatur). Der Diabetes bestand bei ihnen im Median 16 Jahre und der HbA1c lag im ersten Schwangerschaftsdrittel bei 6,7 Prozent. 63 Prozent der Frauen hatten eine Retinopathie und 16 Prozent eine Makulapathie.

Bei knapp jeder dritten Frau (27 Prozent) kam es zur Progression der Retinopathie in der Schwangerschaft, dabei drohten sechs Frauen (sechs Prozent) zu erblinden. Insgesamt verschlechterte sich die Sehkraft bei drei Frauen und vier erhielten eine Lasertherapie. Schwangere mit Progression zu einer bedrohlichen Retinopathie hatten besonders häufig ein Makulaödem, eingeschränkte Sehkraft oder erhöhten Blutdruck in der Frühschwangerschaft. Schwere Hypoglykämien waren nicht mit Augenkomplikationen assoziiert.

Kontrolle der Retina

Dr. Helmut Kleinwächter, Diabetologe in Kiel, empfahl beim Diabetes Update in Mainz im März, alle schwangeren Diabetikerinnen in jedem Trimenon von einem qualifizierten Augenarzt mit Netzhaut-Expertise in erweiterter Pupille (Mydriasis) untersuchen zu lassen. Warnzeichen sei ein Makulaödem, betonte er. Auch seien Frauen mit erhöhtem Blutdruck oder auch anfangs sehr hohen HbA1c-Werten und schnellem HbA1c-Abfall besonders sorgfältig zu überwachen, so Kleinwächter.

 

Literatur: M. Vestgaard et al.: Pregnancy-induced sight-threatening diabetic retinopathy in women with Type 1 diabetes, Diab Med 2010; 27: 431.

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