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Foto: photos.com
Vor der PSA-Bestimmung sollte der Radler eine längere Pause einlegen.
 
Urologie 30. März 2011

Kein Sport vor dem PSA-Test

Dass sportliche Aktivitäten, insbesondere Fahrradfahren, einen anschließenden PSA-Test verfälschen, wurde bereits mehrfach beobachtet. Eine neue Studie ging dem Sachverhalt auf den Grund.

Prof. Dr. Wilfried Kindermann und sein Team von der Universität des Saarlandes, des Universitätsklinikums des Saarlandes, Homburg/Saar, und der Klinik für Urologie am Diakonissenkrankenhaus Flensburg gingen der Frage nach, inwiefern Sport die Konzentration des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Serum beeinflusst. Die Forscher kommen zum Schluss, dass körperliche Aktivität die PSA-Konzentration im Blut bei älteren Personen mit benigner Prostatahyperplasie und einem PSA-Ausgangswert von über 4 ng/ml erhöhen kann, wobei insbesondere das freie PSA ansteigt. Fahrradfahren bewirkt einen noch höheren Anstieg, da die mechanische Irritation durch den Fahrradsattel hinzukommt. Nach 48 Stunden ist der Ausgangswert wieder erreicht, im Einzelfall kann es sogar länger dauern. Die Forscher ziehen daraus die Konsequenz, dass PSA-Bestimmungen – insbesondere zur Verlaufskontrolle bei Patienten mit erhöhten PSA-Werten – unter standardisierten Bedingungen durchzuführen sind: „Unter Berücksichtigung einer totalen Variabilität von ≤ 10 % für die vorliegenden Studienbedingungen sollte für mehrere Tage, aber mindestens 24 Stunden, vor einer beabsichtigten PSA-Bestimmung Sportabstinenz erfolgen, insbesondere sollte Fahrradfahren vermieden werden.“

Kindermann, W. et a.: Der Urologe 2011; 50(2): 188–96

Springermedizin.de/PH, Ärzte Woche 13 /2011

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