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Wird Depression Männerleiden?

Depression wird sich im 21. Jahrhundert auch zu einer Männerkrankheit entwickeln. Das behaupten Forscher der Emory University im British Journal of Psychiatry.

Der Wandel der traditionellen Rollenbilder in Wirtschaft und Sozialleben werde vielen Männern zum Problem, da er Wurzeln des männlichen Selbstwerts angreife. „Bisher hatten Frauen ein doppelt so hohes Depressionsrisiko wie Männer. In westlichen Industrieländern dürfte sich das zu Ungunsten der Männer ändern“, mutmaßt der Psychiater Dr. Boadie Dunlop. Heute müssten Männer mehr Aufgaben im häuslichen Bereich übernehmen. Auch dass manche Frau besser verdient und erfolgreicher ist, mache manchem zu schaffen. Positiv verbuchen die Autoren, dass das Bewusstsein für die mentale Gesundheit gestiegen sein. Außerdem müssten Männer sich heute nicht mehr stets stark und gelassen geben und ihre Gefühle verstecken. „Ärzte sollten sich über diese Veränderungen im Leben bewusst sein und gemeinsam mit den Patienten erkunden, welche Folgen das mit sich bringt und welche Interventionen helfen“, rät Dunlop.

 

 

Dunlop, B. W.; Mletzko, T.:British Journal of Psychiatry 2011 198: 167-168; doi: 10.1192/bjp.bp.110.084210

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