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Gastroenterologie 2. März 2011

Von Mäusen und Menschen

 

Auch Mäuse lassen nur ungern eine Koloskopie über sich ergehen. Am Tiermodell wird bereits an patientenverträglicheren Methoden der Darmkrebs-Früherkennung geforscht. Wissenschaftler der Universität von Missouri glauben nun, dass die Darmspiegelung – auch für den Menschen – bald der Vergangenheit angehören könnte, zumindest bei bestimmten Erkrankungen.

Anhand von Stuhlproben von Mäusen und bestimmten Entzündungsmarkern ist es dem Veterinärpathologen Prof. Dr. Craig Fanklin, Universität von Missouri, und seinem Team gelungen, diejenigen Tiere zu identifizieren, die im Zusammenhang mit einer entzündlichen Darmerkrankung ein Kolonkarzinom entwickeln.

Womit die Forscher eigentlich gar nicht gerechnet hatten, war, dass die entsprechende Messenger-RNA im Stuhl überhaupt zu erkennen ist, da RNA sich rasch abbaut. „Aber die Technik hat sich weiterentwickelt, und wir haben heute Mittel, um RNA viel besser erhalten zu können als noch vor 15 Jahren“, sagt Franklin.

Im Rahmen der Studie wurden die Mäuse auch mittels MRI untersucht. Zwar war auch diese Methode effektiv, wenngleich viel aufwändiger und teurer als der Biomarkertest, schnitt aber in punkto Früherkennung nicht ganz so gut ab. Nun sind die Veterinäre auf der Suche nach Humanmedizinern, die mit ihnen der Fragestellung nachgehen, ob der Stuhltest auch für menschliche Patienten geeignet sein könnte.

 

 

Ericsson, A. C. et al: Noninvasive Detection of Inflammation-Associated Colon Cancer in a Mouse Model. Neoplasia 2010 December; 12(12): 1054–1065

Studie im Volltext: www.neoplasia.com/pdf/manuscript/v12i12/neo10940.pdf  

 

Quelle: University of Missouri-Columbia

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