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Allgemeinmedizin 25. Jänner 2011

Chirurgie und Suizidgedanken

In der Fachzeitschrift Archives of Surgery wird berichtet, dass Ärzte im Vergleich zur amerikanischen Gesamtbevölkerung öfter Selbstmord begehen. Dabei spielen Depressionen nicht die entscheidende Rolle.

Das Depressionsrisiko von Ärzten entspricht dem amerikanischen Durchschnitt, stellte Dr. Tait D. Shanafelt von der Mayo Clinic in Rochester, USA, fest, aber dennoch ist deren Suizidrate höher. Teils lässt sich das mit dem leichteren Zugang zu letalen Wirkstoffen erklären, aber der Einfluss von weiteren berufsspezifischen Faktoren war bislang unklar. Daher führten die Forscher eine Umfrage unter den Mitgliedern des „Amerikan College of Surgeons“ durch.

7.905 Chirurgen (37,1 %) gaben anonym Auskunft: 501 von ihnen (6,3 %) gaben an, im Vorjahr Selbstmordgedanken gehabt zu haben. Bei Ärzten über 45 war das eineinhalb- bis dreimal häufiger der Fall als bei jüngeren Kollegen. Chirurgen, die empfanden, dass ihnen im Vorjahr gröbere Fehler unterlaufen waren, dachten öfter an Suizid als diejenigen, die weniger Fehler gemacht zu haben glaubten (16,2 vs. 5,4 %). Ein Viertel der Ärzte mit Selbstmordgedanken suchte professionelle Hilfe. 60 Prozent fürchteten aber um ihre Zulassung.

Von den 461 (5,8 %), die Antidepressiva eingenommen hatten, hatten 41 sie sich selbst verschrieben, 34 hatten einen Freund darum gebeten. Geschiedene dachten häufiger an Suizid als der Durchschnitt, Verheiratete und Väter seltener.

Quelle: Shanafelt T. D. et al.: Arch Surg 2011; 146(1): 54–62; doi:10.1001/archsurg.2010.292

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