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„Künstliches Material“ statt Missbrauch

Eine Studie der Universität von Hawaii legt den Schluss nahe, dass die Legalisierung von Kinderpornografie Kindesmissbrauch verhindern kann. Das Datenmaterial dazu stammt aus Tschechien, auch aus der Zeit, als es die Tschechoslowakei noch gab.

Die Forscher untersuchten die Entwicklung der Zahl von Sexualdelikten in der Tschechischen Republik während der Übergangsphase vom strikten Verbot pornografischen Materials (1948–1989) hin zur Entkriminalisierung. Mit dem Übergang des Landes zur Demokratie wurde das Verbot aufgehoben, und bis 1990 nahmen Verfügbarkeit und Besitz pornografischer Vorlagen dramatisch zu. Selbst der Besitz von Kinderpornografie galt nicht mehr als Delikt. Ausgewertet wurden Zahlen des Innenministeriums zu den Fällen von Sexualdelikten. Bemerkenswert ist der Umstand, dass mit der Aufhebung des Pornografieverbots die Zahl der Fälle von Kindesmissbrauch deutlich zurückging. Die Autoren verurteilen die Erstellung von kinderpornografischem Material, sind aber der Meinung, künstlich reproduziertes Material könne seinen Zweck durchaus auch erfüllen.

Quelle: Diamond, M. et al.: Archives of Sexual Behavior 2010; doi:10.1007/s10508-010-9696-y

www.springer.com/PH, Ärzte Woche 1 /2011

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