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Onkologie 7. Dezember 2010

Radioaktive „Trojaner“

Eine Methode der Krebsbekämpfung ist offenbar erfolgreicher als gedacht: Einer aktuellen Studie zufolge lassen sich mit radioaktiven „trojanischen Pferden“ auch rasch wachsende Tumore zerstören.

Die Peptidrezeptor-Radionuklid-Therapie (PRRT) funktioniert bei neuroendokrinen Tumoren. Eiweiße werden wie ein Trojanisches Pferd mit einem Lutetium-Isotop beladen. Das radioaktive Element gelangt in die Krebszelle und zerstört diese von innen. „Die von Lutetium-177 ausgehende Strahlung hat eine äußerst geringe Reichweite“, betont Studienautor Dr. Samer Ezziddin, Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Bonn, der die Methode in Bonn etabliert hat. „Sie büßt schon nach einem Millimeter 90 Prozent ihrer Kraft ein. Wir können sehr selektiv Tumorzellen zerstören, ohne das umgebende Gewebe zu schädigen.“ Bislang wurden Patienten mit sehr langsam wachsenden Tumoren so behandelt. Bei aggressiveren Verläufen wurde dagegen die Chemotherapie bevorzugt. Die Autoren haben die PRRT auch bei 81 Betroffenen eingesetzt, deren Tumore eine höhere Teilungsaktivität zeigten. „Die Erfolgsquote war mit der bei weniger aggressiven Tumortypen vergleichbar. Sie lag zudem deutlich höher als bei einer klassischen Chemotherapie“, sagt Ezziddin.

Quelle: Ezziddin, S. et al.: European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging 2010; doi: 10.1007/s00259-010-1610-2

Uni Bonn/PH, Ärzte Woche 49 /2010

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