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Foto: Science (AAAS)/Eisele.
Eingefärbter Hirnschnitt einer transgenen Maus nach Verabreichung eines Extraktes mit beta-Amyloid in den Bauchraum. Die schwarzen und gelb-grünen Färbungen zeigen die krankhaften Amyloid-Ablagerungen.
 
Neurologie 9. November 2010

Alzheimer-ähnliche Pathologie aus dem Bauchraum

Pathologische Proteinablagerungen, die mit der Alzheimererkrankung und der zerebralen beta-Amyloid-Angiopathie in Verbindung stehen, können nicht nur durch die direkte Verabreichung pathogener, fehlgefalteter Abeta in das Gehirn ausgelöst werden, sondern auch durch eine Verabreichung außerhalb des Gehirns.

Die Forscher des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung HIH (Universitätsklinikum und Universität Tübingen) und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen konnten zeigen, dass Abeta-Ablagerungen in den Gehirnen transgener Mäuse auch durch eine Injektion mit einem Extrakt aus fehlgefaltetem Abeta außerhalb des Gehirns hervorgerufen werden können. Sie verabreichten den Mäusen das Extrakt aus fehlgefaltetem Abeta intraperitoneal. Die induzierten Abeta-Ablagerungen zeigten sich vorrangig in den zerebralen Blutgefäßen, konnten jedoch auch in Form von Amyloid-Plaques zwischen den Nervenzellen nachgewiesen werden. Dabei dauerte die Amyloidinduktion nach den peripheren Injektionen deutlich länger als nach der direkten Verabreichung in das Gehirn. In beiden Fällen riefen die induzierten Amyloidablagerungen weitere neurodegenerative und neuroinflammatorische Veränderungen hervor, wie sie bei Alzheimererkrankungen oder der zerebralen beta-Amyloid-Angiopathie typisch sind.

Quelle: Eisele, Y. S. et al.: Science 2010; doi:10.1126/science.1194516

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