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Arbeitsmedizin 2. November 2010

Verursacht Schichtarbeit Krebs?

Da ein mögliches Krebsrisiko durch ständige Nachtarbeit nicht ausgeschlossen werden kann, sollten Dienstpläne im Interesse der Gesundheit entsprechend gestaltet werden, fordert eine deutsch-amerikanische Forschergruppe.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung IACR bewertete Schichtarbeit 2007 als „wahrscheinlich krebserregend“. Der Arbeitsmediziner Prof. Dr. Thomas C. Erren, Universität Köln, Deutschland, und sein Team beleuchten nun in einer Übersichtsstudie den aktuellen Wissensstand zu diesem Zusammenhang. Zwar würden epidemiologische Studien fehlen, die eine endgültige Bewertung zuließen, aber die Autoren stellen fest: „Die postulierten Kausalzusammenhänge zwischen Schichtarbeit und Krebsentwicklungen beim Menschen sind aufgrund von experimentellen Studienergebnissen biologisch plausibel.“ Die Forscher drängen deshalb darauf, Schichtdienstpläne an neueste Erkenntnisse anzupassen. So gelten Wechsel im Wochenrhythmus als veraltet, denn kurze Nachtschichtperioden sind für den Organismus viel weniger belastend. Weiters ist zu berücksichtigen, dass rückwärts rotierende Systeme dem Körper schlecht bekommen.

Quelle: Erren, T. C. et al.: Deutsches Ärzteblatt International 2010; 107(38): 657–62

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