zur Navigation zum Inhalt
Foto: Christian Geis
Antikörper (rot) richten sich gegen das Protein Amphiphysin und können Strukturen innerhalb von Nervenzellen erreichen.
 
2. November 2010

GABA-Mangel führt zum Stiff-Person-Syndrom

Das Stiff-Person-Syndrom ist eine seltene Autoimmunkrankheit mit unklarer Ursache, bei der sich die gesamte Körpermuskulatur erst anfallsartig, später dauerhaft versteift. Platzangst und übermäßige Schreckhaftigkeit kommen hinzu.

Die fehlgeleiteten Antikörper attackieren das Protein Amphiphysin, das für die ordnungsgemäße Funktion der Schaltstellen zwischen Nervenzellen sowie zwischen Nerven und Muskeln wichtig ist. Dieses Protein sollte für Antikörper eigentlich gar nicht erreichbar sein, da es sich innerhalb der Zellen befindet. Würzburger Forscher haben nun allerdings nachgewiesen, dass die aus Patienten isolierten Antikörper ihr Zielmolekül in den Zellen erreichen und spezifisch daran binden können. Über Zwischenschritte im Zellzyklus bewirken sie eine verminderte Freisetzung des Botenstoffs GABA. Im Tiermodell führt das zu den typischen Symptomen des Stiff-Person-Syndroms. Lindernd wirken sich bei den Betroffenen Blutwäschen aus. Die Antikörper werden von den B-Zellen des Immunsystems allerdings immer wieder neu produziert. Mit Medikamenten lässt sich die Aktivität der B-Zellen hemmen.

Quelle: Geis, C. et al.: Brain 2010; doi: 10.1093/brain/awq253

Uni Würzburg/PH, Ärzte Woche 44 /2010

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben