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Transplantationen 19. Oktober 2010

Warten auf ein neues Herz

Menschen, die auf eine Herztransplantation warten, leiden häufiger unter Depressionen. Dies kann den Verlauf der Erkrankung ungünstig beeinflussen.

Forscher der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben sich mit Depressivität bei herzkranken Patienten und dem Zusammenspiel mit anderen Faktoren (körperlicher Aktivität, sozialen Beziehungen) befasst. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass Maßnahmen zur Verringerung der Depression und zur Steigerung körperlicher Aktivität einen positiven Einfluss haben. „Für schwer herzkranke Patienten ist es wichtig, aktiv zu bleiben, um eine Herztransplantation durchzustehen und anschließend wieder möglichst schnell auf die Beine zu kommen“, sagt Dr. Heike Spaderna vom Psychologischen Institut der Universität Mainz. „Angesichts unserer Studienergebnisse raten wir dazu, die körperliche Betätigung im Alltag zu steigern und gleichzeitig depressive Symptome zu behandeln.“ Patienten, die auf eine Organspende warten, haben ein erhöhtes Risiko, nach einem Jahr verstorben oder wegen gesundheitlicher Verschlechterung von der Warteliste abgemeldet worden zu sein, wenn sie bereits zu Beginn der Wartezeit unter depressiven Symptomen gelitten haben und sozial isoliert waren. Patienten ohne Depressionen und mit einem sozialen Netzwerk (mehr als elf Freunde oder Verwandte) haben dagegen eine größere Chance, wegen gesundheitlicher Verbesserung von der Warteliste gestrichen zu werden.

Quelle: Spaderna, H. et al.: Journal of Heart and Lung Transplantation 2010; 29(3): 247–254

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