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Wer sozial eingebunden ist, hat mehr vom Leben.
 
Allgemeinmedizin 6. Oktober 2010

Gemeinsam länger leben

Eine Übersichtsstudie zeigt, dass kontakt- und beziehungsarme Menschen ein signifikant höheres Sterblichkeitsrisiko im Vergleich zu Bevölkerungsgruppen mit starken sozialen Bindungen haben.

Die Meta-Analyse von 148 Langzeitstudien mit 308.849 Teilnehmern aus vier Kontinenten, die über mehr als 7,5 Jahre in Hinblick auf positive Auswirkungen menschlicher Netzwerke beobachtet wurden, hat zum Ergebnis: Sozial isolierte Menschen haben ein um 50 Prozent erhöhtes Sterblichkeitsrisiko, wobei andere Faktoren wie Alter, Geschlecht, vorheriger Gesundheitsstatus, Vorerkrankungen usw. als Ursache ausgeschlossen werden konnten. Der Effekt sei bei älteren Menschen ebenso zu beobachten wie bei jüngeren. Einsamkeit wirkt sich nach Einschätzung der Forscher ebenso negativ aus wie Alkoholabhängigkeit, Bewegungsmangel oder 15 Zigaretten am Tag, und sie sei doppelt so schädlich wie Übergewicht. Fehlende soziale Bindungen sollten von Ärzten und in Gesundheitsberufen Tätigen sowie auch in der Öffentlichkeit als Risikofaktor ebenso ernst genommen werden wie Rauchen, fordern die Autoren. Aus Public-Health-Perspektive brauche es deshalb gezielte innovative Anstrengungen, um den Faktor soziale Bindung zu stärken.

Quelle: Holt-Lunstad, J. et al.: PLoS Medicine 2010; 7(7): e1000316; doi:10.1371/journal.pmed.1000316

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