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Allgemeinmedizin 28. September 2010

Rätselraten um Mortalitätsrisiko der Nichttrinker

Warum alkoholabstinente Personen in den statistischen Daten einer amerikanische Studie ein höheres Sterblichkeitsrisiko haben als schwere Trinker, sorgt für Kopfzerbrechen.

An der University of Texas at Austin wurde untersucht, wie Alkoholkonsum und Mortalität während einer Zeitspanne von 20 Jahren miteinander assoziiert sind. Sie analysierten Daten von 1.142 Männern und 682 Frauen im Alter zwischen 55 und 65. Im Vergleich zu jenen, die alkoholische Getränke in Maßen zu sich nahmen (14–<42 g/d reinen Alkohol; ein bis drei Getränke), war das Mortalitätsrisiko bei Wenigtrinkern (>0– 14 g/d) um 23 Prozent und bei schweren Trinkern (≥ 42 g/d) um 70 Prozent erhöht. Erstaunlicherweise wiesen die Nichttrinker (die zu Beginn der Studie keinen Alkohol konsumierten) ein über doppelt so hohes Mortalitätsrisiko auf. Die Forscher vermuteten, dass viele Abstinente früher Alkoholprobleme gehabt und deshalb dem Trinken abgeschworen haben könnten. Dieser Umstand hätte das schlechte Abschneiden der Nichttrinker relativiert. Nach Bereinigung der Daten (frühere Alkoholprobleme, bestehende gesundheitliche Probleme, soziodemografische Faktoren, Sozialverhalten, Alter, Geschlecht) ergab sich allerdings ein noch immer erhöhtes Risiko von 52 Prozent für die Nichttrinker im Vergleich zu den gemäßigten Konsumenten. Die Autoren der Studie schließen daraus, dass beträchtliche Faktoren, die mit einer Alkoholabstinenz verknüpft sind, noch nicht zur Gänze verstanden werden. Unabhängig davon habe sich aber der moderate Konsum alkoholischer Getränke erneut als gesundheitsförderlich erwiesen.

Quelle: Holahan, C. J. et al.: Alcoholism: Clinical an Experimental Research 2010; doi:10.1111/j.1530- 0277.2010.01286.x

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