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14. September 2010

Ghostwriter et al.: Verzerrte Fakten trotz Peer-Review

Ein amerikanischer Rechtsstreit bringt ans Licht, wie pharmazeutische Firmen mittels Ghostwritern und vorgeschobenen Experten Marketingbotschaften in Fachzeitschriften platzierten.

Eine Anklage von über 14.000 Brustkrebspatientinnen hatte eine Untersuchung von rund 1.500 Dokumenten zur Folge, die aufdeckte, wie in Fachzeitschriften wie etwa Archives of Internal Medicine Fakten über gesundheitliche Risiken abgeschwächt, nicht belegte Vorteile nur behauptet und die Gefahren der menopausalen Hormontherapie (HT) heruntergespielt wurden. Die HT wurde so als vorteilhaft für die Vermeidung von Demenz, Morbus Parkinson, Makuladageneration und Falten und bei kardiovaskulärem Risiko dargestellt, und nicht immer war die Datenlage eindeutig. Die Autorin des Berichts in PLoS medicine ruft Mediziner dazu auf, sich von Ghostwriting zu distanzieren: Gelinge es einer Firma, einen Autor zu finden, der seinen Namen für einen vorgefertigten Artikel hergibt, und würde der Text dann nach einer Peer-Review in einer Fachzeitschrift veröffentlicht, werde so das Werbeverbot für Off-Label-Anwendungen umgangen.

Fugh-Berman, A. J.: Public Library of Science medicine 2010; 7(9): e1000335

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