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Foto: photos.com
Das mediale Vorderhirnbündel verbindet die Depressionsregionen.
 
Psychiatrie und Psychotherapie 1. September 2010

„Euphorie-Schaltkreis“ entdeckt

Durch Auswertung historischer Hirnoperationen wurde eine mögliche neue Zielstruktur zur Behandlung von Depressionen identifiziert.

Bis vor zwanzig Jahren wurden Depressionen auch chirurgisch behandelt, indem bestimmte Gehirnregionen gezielt zerstört wurden. Bis Ende der 1980er-Jahre waren vier Areale identifiziert, deren Zerstörung besonders positive Effekte zeigte. Diese Areale liegen in völlig unterschiedlichen Regionen des Gehirns. Nun konnte gezeigt werden, was sie gemeinsam haben: Sie alle sind mit einer bestimmten Struktur „verdrahtet“, dem medialen Vorderhirnbündel, das sich vom Hirnstamm bis zur stirnseitigen Hirnrinde zieht. Dass eine Stimulation des medialen Vorderhirnbündels für gute Gefühle sorgt, ist seit den 1950er-Jahren bekannt, als die Psychologen James Olds und Peter Milner Ratten Elektroden in das Vorderhirnbündel implantierten, die diese per Tastendruck selbst elektrisch reizen konnten. Das taten sie denn auch – und vergaßen darüber sogar zu fressen. Die genaue Struktur beim Menschen wurde nun zum ersten Mal beschrieben und wird in Neuropsychopharmacology (doi:10.1038/npp.2010.132) veröffentlicht.

Uni Bonn/PH, Ärzte Woche 35 /2010

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