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Kardiologie 1. September 2010

Abnehmen mit Nebenwirkung

Eine Studie zu kardiovaskulären Ergebnisparametern in Verknüpfung mit dem gewichtsreduzierenden Medikament Rimonabant wurde auf Grund hoher Raten von Selbsttötungen und anderen psychiatrischen Nebenwirkungen vorzeitig abgebrochen.

Rimonabant wirkt gewichtsreduzierend, indem es die Cannabinoid-(CB)-1-Rezeptoren des Gehirns blockiert und somit auch das Hungergefühl. Das Medikament beeinflusst auch Triglyceride, HDL-Cholesterine und Nüchternblutzucker. In der CRESCENDO-Studie wurde untersucht, ob Rimonabant das ereignisfreie Überleben bezüglich wichtiger Gefäße verbessert. In die internationale Studie wurden über 18.000 Patienten aufgenommen. Sie erhielten randomisiert entweder 20 mg Rimonabant oder Placebo. Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 13,8 Monaten wurde die Studie Ende 2008 aufgrund der Bedenken der Gesundheitsbehörden dreier Länder vorzeitig beendet, nachdem es zu Selbsttötungen unter Rimonabant gekommen war. Eine Analyse der Daten ergab, dass der primäre Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod, Myokardinfarkt oder Schlaganfall in beiden Gruppen vergleichbar war. Hingegen waren unter Rimonabant gastrointestinale (33 Prozent vs. 22 Prozent), neuropsychiatrische (32 Prozent vs. 21 Prozent) und schwerwiegende psychiatrische Nebenwirkungen (2,5 Prozent vs. 1,3 Prozent) signifikant häufiger.

Quelle: Topol, E. J. et al.: The Lancet 2010; 376 (9740): 517–523

The Lancet.com/PH, Ärzte Woche 35 /2010

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