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Physisches Placebo zeigt Wirkung.
 
Allgemeinmedizin 6. Juli 2010

Placebo-Effekt unter der Lupe

In den meisten Studien wird Placebo mit einem wirksamen Prinzip verglichen. Der Placeboeffekt lässt sich daraus nur erahnen.

Dänische Forscher haben in einem Cochrane-Review untersucht, ob Placeboeffekte existieren und was ihre Determinanten sind. Hierzu metaanalysierten sie 158 randomisierte Studien, in denen Patienten oder Probanden entweder Placebos oder keine Therapie erhalten hatten. Die Auswertungen zeigen signifikante, aber wenig ausgeprägte Placeboeffekte bei einer Reihe von subjektiven Zielgrößen, z. B. Schmerz. Selbst in methodisch hochstehenden Studien fand sich eine erstaunliche Variabilität der Effektgröße. Mithilfe der Megaregressionsanalyse wurde versucht, die Determinanten dieser Variabilität zu identifizieren. Generell zeigt sich, dass physische Placebos (z. B. Scheinakupunktur) mit einem ausgeprägten Effekt assoziiert waren. Der Effekt war auch dann stärker ausgeprägt, wenn der Patient selbst die Wirksamkeit beurteilen sollte, wenn die Studie speziell darauf ausgerichtet war, Placeboeffekte zu untersuchen, und wenn Patienten über die Natur der Studie nicht aufgeklärt worden waren.

Hróbjartsson, A et al.: Cochrane Database Syst Rev. 2010 Jan 20; (1): CD003974

uronews-online.de/PH, Ärzte Woche 27 /2010

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