zur Navigation zum Inhalt
 
Urologie 30. Juni 2010

Mumpsorchitis häufiger

Sinkende Durchimpfungsraten haben nicht nur eine Zunahme der Erkrankungen, sondern auch der Komplikationen zur Folge.

Ärzte eines Krankenhauses im irischen Dublin beobachteten in den letzten Jahren einen steilen Anstieg der Mumpsorchitis bei 15 bis 24 Jahre alten Jugendlichen. Das sind die Geburtsjahrgänge um die 1990er-Jahre, die keine Masern-Mumps-Röteln-Impfung erhalten haben.

 

Irische Ärzte werteten die Statistiken der urologischen Krankheiten der letzten fünf Jahrzehnte an ihrem Krankenhaus aus. Hauptergebnisse ihrer Untersuchung waren: Bei rund 42 Prozent aller Mumpsinfizierten kommt es zu mindestens einer Komplikation. Beim Mann ist dies häufig die Mumpsorchitis. Ärzte sollten deshalb mit deren Diagnose und Therapie vertraut sein. Wichtigste Komplikationen der Mumpsorchitis sind die Testisatrophie mit Sub- und Infertilität.

Fakten der Untersuchungen waren: Bis zu 50 Prozent der Männer mit Mumpsorchitis bekommen eine Hodenatrophie, wobei ein oder beide Testikel verkleinert sein können. Die totale Infertilität ist allerdings selten. Eine Subfertilität kann hingegen bei bis zu 13 Prozent der Patienten vorliegen, auch wenn beide Testikel nicht geschrumpft sind. Bis zu 50 Prozent der Patienten haben bis zu drei Monate nach der Entzündung anormale Spermien. 24 Prozent der Erwachsenen und 38 Prozent der Heranwachsenden weisen diese Veränderungen noch drei Jahre später auf.

Es scheint eine direkte Beziehung zwischen der Testikelschwellung und der Zahl der Spermaanormalitäten zu bestehen. Die Assoziation zwischen reduzierter Testikelgröße und Hodenkarzinomrisiko ist mit einer Inzidenz von 0,5 Prozent schwach.

 

 

Quelle: Davis, N. F. et al.: British Journal of Urology International 2010; 105 (8): 1060–65; doi:10.1111/ j.1464-410X.2009.09148.x

uronews-online.de/PH, Ärzte Woche 26 /2010

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben