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Fotos (2): Volker Brinkmann, Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie
Abb. 1: Weiße Blutkörperchen mit Netzen bei einem Gesunden (rasterelektronenmikroskopische Aufnahme).

Abb. 2: Weiße Blutkörperchen mit Netzen bei einem Lupus-Patienten. Die in den Netzen enthaltene DNA ist blau, die an Netzkomponenten bindenden Antikörper sind rot dargestellt (fluoreszenzmikroskopische Aufnahme).

 
Immunologie 11. Mai 2010

Was Patienten mit Lupus an die Nieren geht

Systemischer Lupus erythematodes (SLE) verläuft typischerweise in Schüben, die oft von einer Infektion ausgelöst werden. Nach dem Schub geht es den Patienten wieder besser, jedoch nicht so gut wie vorher. Die Krankheit verschlimmert sich kontinuierlich. Wissenschaftler am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie vermuteten, dass ein neu entdeckter Immunmechanismus dabei eine Schlüsselrolle spielt.

Während einer Infektion werden weiße Blutkörperchen stimuliert und werfen ein Netz aus, in dem die Krankheitserreger gefangen und abgetötet werden (Abb. 1). Dieses Netz besteht aus genau den Bestandteilen, gegen die bei Lupus Antikörper gebildet werden: DNA und Proteine aus dem Zellkern und den weißen Blutkörperchen (Abb. 2). Die Forscher konnten erstmals zeigen, dass ein Teil der Lupus-Patienten im Gegensatz zu Gesunden nicht in der Lage ist, diese Netze nach der Infektion wieder abzubauen. Nierenversagen kann die Folge sein. Der Abbau der Netze geschieht durch das Enzym DNase-1, ein Protein, das im Blut vorkommt. Dieses Enzym ist bei einem Teil der Lupus-Patienten entweder nicht vorhanden oder blockiert. Die Untersuchung dieser Patientengruppe ergab, dass sich die nicht abgebauten Netze mit daran gebundenen Antikörpern bereits im Nierengewebe ablagerten. Es wird daher angenommen, dass Lupus-Patienten, die keine Netze abbauen können, ein hohes Risiko für ein Nierenversagen aufweisen.

Quelle: Hakkim, A. et al.: Proceedings of the National Academy of Sciences 2010; doi: 10.1073/pnas.0909927107

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