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Weiteres Hochrisiko-Gen für Brust- und Eierstockkrebs entdeckt

15 Jahre nach der Entdeckung der Risikogene BRCA1 und BRCA2 wurde ein weiteres Gen gefunden, das erblichen Brust- und Eierstockkrebs auslöst.

Das neue Risiko-Gen für erblichen Brust- und Eierstockkrebs heißt RAD51C. Seine Funktion ist es normalerweise, die Erbsubstanz einer Zelle fehlerfrei zu halten. Mutationen in diesem Gen selbst führen jedoch dazu, dass ein Tumor entstehen kann. Die Wissenschaftler analysierten das Erbgut von 1.100 Risikofamilien, in denen gehäuft Erkrankungsfälle auftraten. Bei ihnen wurden zuvor Veränderungen in den bislang bekannten Risiko-Genen BRCA1 und BRCA2 ausgeschlossen. In sechs dieser Familien waren Defekte im RAD51C-Gen nachweisbar. Die Patientinnen gehörten ausschließlich zu den Familien, bei denen Brust- und Eierstockkrebs gemeinsam auftraten. Das Risiko für Brustkrebs liegt bei den Trägerinnen einer Mutation im RAD51C-Gen bei ungefähr 60 bis 80 Prozent, für Eierstockkrebs bei 20 bis 40 Prozent. Die Patientinnen erkranken außerdem deutlich früher als solche mit sporadischem Brust- oder Eierstockkrebs. Deshalb wird das neu identifizierte Gen auch als BRCA3 bezeichnet.

Quelle: Meindl, A. et al.: Nature Genetics 2010; doi: 10.1038/ng.569

Uniklinik Köln/PH, Ärzte Woche 17/2010

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